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Erster BEC-Sieg seiner Karriere – ein Bericht von den Polish-International in Lubin

Siegerehrung im Doppel Polish International

Siegerehrung im Doppel Polish International

Marathonmann Kian-Yu Oei

..sieht nicht nur albern aus, sondern schmeckt auch nicht

..sieht nicht nur albern aus, sondern schmeckt auch nicht

Erster BEC- Sieg seiner Karriere und die volle Medaillenvielfalt

Ein Bericht des Landestrainers Berlin, Kay Witt
von den Polish-International 2018 in Lubin/ Polen (28.8.-1.9.2018)

Für die DBV-Reisegruppe, bestehend aus zwei Berliner, zwei niedersächsischen und einem bayerischen Spieler/-innen, war es nicht weit: Rund 250 km entfernt von Berlin fand im Niederschlesischen Ort Lubin das diesjährige polnische Europaranglistenturnier für die Altersklasse U 17 statt. Schon nach der Auslosung war abzusehen, dass es für Kian-Yu Oei (SV Berliner Brauereien), der in allen drei Disziplinen an den Start ging, ein schweißtreibendes und langes Wochenende werden würde. Und so kam es auch: Nach insgesamt 17 Spielen (davon alleine 8 am Freitag) stand für ihn ein Titel, ein zweiter sowie ein dritter Platz zu Buche.

16 Matches spielte Kian wirklich überzeugend. Leider ging ausgerechnet das Einzelfinale „in die Hose“. Gegen einen allerdings sehr spielstarken Gegner konnte er seine im gesamten Turnierverlauf gezeigten Stärken: Schlagsicherheit, Geduld und Spielübersicht nicht aufs Feld bringen. So führte eine zu hohe Fehlerquote dazu, dass der abgesprochene Spielplan, Artur Ajupov (Estland) durch ein geduldiges Viereckenspiel müde zu spielen, nicht umgesetzt werden konnte. Somit ein verdienter Sieg für den Esten, aber auch eine bis dahin bemerkenswerte Leistung von Kian im Einzel.

Im Doppel dann mit seinem Partner Kilian Maurer (LV Bayern/ NSP Nürnberg) ein Start-/Ziel-Sieg. Im gesamten Turnierverlauf erwiesen sich beide eindeutig als das leistungsstärkste Doppel. Insbesondere der Angriffswucht beider hatten die Konkurrenten wenig entgegenzusetzen. Beeindruckend wie sich hier die Smashqualität Kians im letzten halben Jahr verbessert hat. Das intensive Krafttraining zeigt Wirkung…

..sieht albern aus, ist aber höchst wirksam

..sieht albern aus, ist aber höchst wirksam

Kian und Kilian – als ungesetzte Paarung an den Start gegangen – schlugen auf dem Weg ins Endspiel die an Nr.1; Nr. 3 und Nr. 8 Gesetzten. Im Finale dann ging es gegen zwei Deutsche Gegner, die etwas überraschend so weit vorgedrungen waren. Das Spiel wurde von Kilian und Kian dominiert. Nur „Schusseligkeiten“ und Aufschlagschwächen von beiden führten dazu, dass das Ergebnis relativ knapp aussah. Hinterher kam der Trainer von den Gegnern und meinte: „Die hätten heute noch 8 Sätze spielen können, und meine hätten keinen gewonnen“.

Im Mixed dagegen startete Kian mit Partnerin Lucie Wagner (SG Empor Brandenburger Tor) von der Setzposition 2 aus. Bis ins Halbfinale nach gewonnenem ersten Satz war für beide die Mixedwelt noch in Ordnung. Dann aber halfen unerklärliche taktische „Dummheiten“ und Unkonzentriertheiten dazu, die Gegner wieder aufzubauen und ins Spiel zu bringen. Die wurden immer stärker, und Kian und Lucie waren nicht mehr in der Lage in die Spur zu finden. Schade! … eine unnötige Niederlage.

Lucie bekam es gleich in der ersten Runde des Einzels mit der späteren Finalistin zu tun und hatte nicht den Hauch einer Chance. Ihre Bälle suchten sich zu häufig Wege abseits des ausgezeichneten Pfades (sprich: Feldes). Aber auch wenn sie ihr bestes Badminton gespielt hätte, wäre eine Niederlage wohl unvermeidlich gewesen. Im Doppel dann mit Zufallspartnerin Leonie Schindler (Niedersachsen) immerhin der Einzug ins Viertelfinale. Dort erfolgte nach einem gut gespielten ersten Satz der Einbruch, so dass die belgischen Gegnerinnen den Sieg letztendlich locker nach Hause fuhren.

Notizen am Rande:

  • Kian-Yu kann keine Aufschläge, Lucie jedoch sehr wohl…
  • Erstmalig reisten wir mit unserem Physio Florian Baake. Ohne ihn und seine Kältekompressen (Halbkörperkondom: siehe auch Foto) wären unsere Spieler/innen wohl niemals so gut durch den Wettbewerb gekommen
  • Wenn man gegen osteuropäische Mixed spielt, sind die Mädchen fast immer spielstärker als die Jungen
  • Die Leistungsstärke/-breite der Mädchen aus diesen Ländern ist höher als bei uns (Ausnahme: Thuc Nguyen). Der Spielstil aber immer gleich: Volle Möhre drauf und Druck ins Hinterfeld, weich is nich…
    Fehler machen die auch nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt….
  • Keiner kann so nett kichern wie Flo
  • Es hat Spaß gemacht mit den Spielern der anderen Landesverbände und Dank an den NBV- Landestrainer Lukas Dieckhoff, der für die Organisation der Fahr zuständig war
  • Spruch Kian zu mir: „Du bist heute aber ein Komiker…“ (Musste er sich sofort für 2 Minuten zum Schämen in die Ecke stellen: Gesicht zur Wand!)
  • In polnischen Supermärkten kann man Nüsse, Nussmischungen, Rosinen, Cranberries usw. mit Schäufelchen aus großen Plastikboxen eintüten und zur Kasse tragen – und gar nicht mal teuer!

Turnierergebnisse unter:

https://bwf.tournamentsoftware.com/sport/draws.aspx?id=055D28CE-269F-44A1-BF29-86A332AC815D

Das Einzel- und Doppelfinale ist auf Youtube zu finden unter:
Einzel: https://youtu.be/XPsnsszwwdI

Doppel: https://youtu.be/3RY3QXM8ksg

Und wer sich für Europaranglistenkrams interessiert, der gucke bitte hier:
http://circuit.badmintoneurope.com/cms/?&pageid=23405