SV Berliner Brauereien verteidigt Mannschaftstitel U15
SV Berliner Brauereien verteidigt Mannschaftstitel U15
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Toller Theo, krasser Kian, faire Lucie und der ganze Rest

Bericht des Berliner Landestrainers Kay Witt von der Norddeutschen Jugendeinzelmeisterschaft 2017 in Osterholz-Scharmbeck

Es sollte in diesem Jahr „unsere“ Meisterschaft werden, waren doch die Ergebnisse der vorangegangenen Norddeutschen Ranglistenturniere vielversprechend. Folgerichtig starteten die BVBB-Spieler/innen in der überwiegenden Mehrzahl der Disziplinen aus topgesetzten Positionen. Leider konnten die Erwartungen (die eigenen sowie die der Trainer) nicht in Gänze erfüllt werden. Letztendlich schafften alle unsere Teilnehmer, die aussichtsreich im Rennen um die Startplätze zur Deutschen Meisterschaft lagen, die Qualifikation zu diesem Jahreshöhepunkt. Dieses war bei vielen Spieler/innen jedoch der Tatsache geschuldet, dass sie schon bei den Ranglisten im Herbst die erforderlichen Punkte dafür gesammelt hatten.

Um es kurz zu formulieren: Einige waren in der Lage, ihre besten Leistungen abzurufen, die Mehrzahl leider nicht bzw. nicht durchgehend.

Am weitesten im Leistungsaufbau hinsichtlich der DEM scheint Kian-Yu Oei (SV Berliner Brauereien) gewesen zu sein. Im Jungeneinzel U 15 ließ er nichts anbrennen und  bewies in einem sehenswerten Finale gegen seinen ewigen Widersacher Marvin Schmidt aus Niedersachsen, dass er im letzten halben Jahr enorme Fortschritte in seiner Athletik (der Herr wächst zudem ganz ordentlich!), Spielführung, Angriffslust sowie Selbstregulation gemacht hat. Marvin wehrte sich nach Kräften, war aber immer einen Schritt hintendran und musste die Überlegenheit von Kian schlussendlich anerkennen. Auch im Mixed lief es für Kian-Yu sehr gut. Mit seiner Partnerin Thuc Nguyen aus Hamburg startete er in der Altersklasse U 17 und erreichte dort etwas überraschend das Finale, dass beide über eine lange Strecke dominierten. Die Gegner Malte Wagner (EG Empor Brandenburger Tor)/ Sonia He (TSV Tempelhof-Mariendorf) fanden am Anfang keine Mittel gegen das präzise und abgezockte Spiel der U15-Nationalspieler. Aber Malte wäre nicht Malte, wenn ihm das nicht relativ egal wäre. Nach dem 1. Satz, der für ihn und Partnerin desaströs verlief, lief er an mir vorbei und meinte mit dem Brustton der Überzeugung: „Das Ding gewinnen wir noch“. Wie er zu diesem Zeitpunkt auf diese Idee kam, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Da auch Sonia offensichtlich noch nicht die Hoffnung aufgegeben hatte, wurde das Spiel der beiden von Minute zu Minute besser und am Ende siegte man im 3. Satz denkbar knapp mit 21:19. Über die Leistung von Sonia war man zweigeteilter Meinung: Sie selber fand sich „sch..“.Alle anderen fanden sie gut.

Klarer Fall von individueller Bewusstseinsstörung! Außerdem Titel aus dem letzten Jahr verteidigt – Mensch, Sonia!

Für Freude sorgte auch unser zartes Pflänzlein Lucie Wagner (SG EBT), die grundsätzlich denkt, dass alle anderen besser sind als sie (..stimmt natürlich nicht!). An diesem Wochenende bestritt sie in jedes Spiel mit hoher Konzentration und großem Siegeswillen, bewegte sich gut

und hörte ausnahmsweise einmal auf die Ideen der Trainer, ohne ihnen ihrerseits ihre Weltanschauung darzulegen. Besonders beeindruckte sie mich im Finale des Mädcheneinzels U 15, in dem ein Schiedsrichter das Spiel leitete, der – subjektiv gefühlt – Linienentscheidungen nach dem Zufallsprinzip mit dem Verhältnis 4:1 gegen Lucie traf. A) ließ sie sich davon nicht sonderlich aus der Bahn werfen und B) verbesserte sie jede Entscheidung, die fälschlicherweise  für sie entschieden wurde, zu Gunsten der Gegnerin. Auch gefiel mir, wie sie nach einem kurzen „Hänger“ in Satz 2 im 3. Satz wieder in die Spur kam und noch komfortabel gewinnen konnte. Mein persönlicher Fairnesspreis geht klar an die junge Dame von EBT(!). Dass sie zusammen mit Paul Müller (SV Berliner Brauereien) das Mixed in U 15 gewinnen konnte, war nicht zu erwarten gewesen, zumal Paul an diesem Wochenende mindestens zwei Persönlichkeiten mit in die Halle brachte. Im Doppel und Einzel unkonzentriert, abgeschaltet und zum Teil auch ängstlich, verkaufte er sich weit unter Wert. Im Mixed jedoch blühte er auf und spielte als zuverlässiger Partner von Lucie sehr solide. Vielleicht hatte er ja Angst vor Lucie, dass sie ihm den Kopf abreißt, wenn er rumeiert? Im Doppel – mit Henriette Leber (ebenfalls EBT) in U 19 an den Start gehend, zeigte Lucie, dass sie problemlos mit den viel Älteren mithalten konnte. Nur sehr knapp in drei Sätzen verloren beide gegen die späteren Vizemeisterinnen.

Über die Leistung von Theo Huß (SV Berliner Brauereien) haben wir Trainer uns sehr gefreut, hatte er doch nach den Norddeutschen Ranglistenturnieren viel Kritik ob seiner negativen Feldperformance einstecken müssen. Es war schön zu sehen, wie er offensichtlich erfolgreich daran gearbeitet hat, die Pausen zwischen den Ballwechseln so zu gestalten, dass

er immer wieder mit Mut und Zuversicht in den nächsten Ballwechsel starten konnte. Hier hätte er sicherlich ein Vorbild für viele unserer Spieler/innen sein können, wenn sie ihm denn zugeschaut hätten! Leider erwischte er als Ungesetzter `ne völlig doofe Auslosung, sonst wäre an diesem Wochenende auch für ihn ein Platz auf dem Treppchen möglich gewesen. So schied er aber nach einem sehr guten Achtelfinalsieg im Viertelfinale gegen den an Nr.1 gesetzten Marvin Schmidt aus, nachdem er ihm über das gesamte Match einen Kampf auf Augenhöhe geliefert hatte.

Souverän und mit viel Selbstvertrauen (das „Teufelchen“ war zuhause geblieben) absolvierte Michelle Kanschik (BC Potsdam) ihr Programm im Mädcheneinzel U 13. Angemessener Lohn: ungefährdeter Titel. Im Mädchendoppel und Mixed (in U 15) lief es nicht ganz so rund.

Bis zum Finale im Mädchendoppel ein Spaziergang, aber dann doch erhebliche Gegenwehr im Finale und kleine Nachlässigkeiten am Ende des 3. Satzes kosteten den erwarteten Titel. Mir hat jedoch gefallen, wie entspannt Michelle mit der Niederlage umgegangen ist (das wäre vor einem halben Jahr noch undenkbar gewesen..). Im Mixed verlor sie mit ihrem Partner Jonathan Dresp aus Hamburg im Viertelfinale gegen die späteren Vizemeister, ohne wirklich ins Spiel gekommen zu sein.

Ohne größere Anstrengung pflügten sich die „Altmeister“ Nikolas Diglidis (TSV Tempelhof-Mariendorf)/ Lukas Naujoks (SC Siemensstadt) durch das Teilnehmerfeld im Herrendoppel U 19. Sie hatten es ausschließlich mit BVBB-Gegnern zu tun. Im ersten Spiel musste Malte Wagner mit seinem Zufallspartner Roluf Schröder aus Schleswig-Holstein dran glauben, danach im Halbfinale Tim Krämer (SC Brandenburg)/ Simon Bölke (Berliner SC), ehe sie in einem einseitigen Finale die an Nr.1 gesetzten Kai Sumida (SG EBT)/ Lars Munaf (Berliner SC) auf den 2. Platz verwiesen. Schade, dass Niko aus schulischen Gründen nicht an der DEM teilnehmen kann. Auf jeden Fall eine gelungene Vorstellung der Beiden.

Auch für Camilo Borst (SG EBT) war bis Mitte des zweiten Satzes im Finale des Jungeneinzels U17 die Welt noch völlig in Ordnung, dann aber war der Faden gerissen, und er musste dem Überraschungssieger des Wochenendes, Fabian Bebernitz aus Mecklenburg-Vorpommern den Vortritt lassen. Dieser hatte das (aus meiner Sicht zweifelhafte) Vergnügen, alle unsere Berliner Hoffnungen nacheinander auszuschalten, sowohl den an Nr. 4 gesetzten Anton Groß (Zehlendorf 88) als auch im Halbfinale die Nr. 1 Yannick Stommel (SV Berliner Brauereien). Beide waren nicht in der Lage, ihr bestes Badminton zu spielen, während Fabian unbeeindruckt mit geringer Fehlerquote und viel Dampf in Bein und Arm das beste Turnier seiner Karriere spielte. Glückwunsch von hier!

Für die Statistikinteressierten unter uns:

  • 6 Meistertitel
  • 4 Vizemeisterschaften sowie
  • 12 dritte Plätze wurden erzielt zulasten von unter anderem
  • 24 verputzten Äpfeln (allerdings nur mithilfe küchenpsychologischer Kniffe von Carla),
  • 4 große Schalen Philadelphia-Käse (davon gehen alleine 3 auf Yannicks Kappe),
  • 60 Litern Mineralwasser,
  • 87 Brötchen,
  • der Jahresproduktion an Nüssen des Landes Kamerun
  • sowie einem Bussybär-Sahnelolli (Lars).

Für Neele Zimmermann (ProSport24), Emily Weissenborn (BV Tröbitz), Michelle Kanschik geht es nun darum, die Trainingseinheiten in den nächsten 2 Monate zu nutzen, um bei der U 13- Deutschen Meisterschaft in optimaler Verfassung zu sein.

Für alle anderen geht es schon in 4 Wochen „um die Wurst“: Die Deutsche Meisterschaft U 15-19 in Bad Vilbel steht vor der Tür. Hier werden Michelle (schon wieder…), Paul, Lucie, Kian-Yu, Tomke Hartmann (BC Potsdam), Sonia, Henriette, Camilo, Alexander Marinkovic (ProSport24), Malte, Lars, Kai und Tim unsere Farben vertreten und der ein oder andere am Ende des Turniers hoffentlich zufriedener mit sich (hallo Henny!) nach Hause fahren. Hoffen wir auch, dass bis dahin Brian Holtschke wieder auf dem Damm ist, um mit seinem Partner Malte das Turnier zu rocken.

Alle weiteren kleinen und großen Glücksmomente sowie Katastrophen des vergangenen Wochenendes entnimmt die geneigte Leserschaft den Spielergebnissen, die unter http://www.turnier.de/sport/events.aspx?id=6169240A-225B-40D2-BD47-47898A52457E zu finden sind.

Mein besonderer Dank gilt dem Trainer-/Betreuerteam Andi Kämmer, Carla Strauss und Thomas Born, die hervorragende Arbeit geleistet haben.

Michelle hat dieses Mal Carla zu ihrer Trainerin des Jahres gewählt (laut Andi:…böse Michelle !). Ich war auch dabei und Lucie hat kein einziges Mal mit mir rumgezickt! Allerdings dafür „links liegen gelassen“ nach ihrer Niederlage im Damendoppel….

Na ja – Leben geht weiter….