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18. August 2020
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26. August 2020

BVBB goes West

Ein Bericht von Carla Strauß und Kay Witt

die Freude ist zu erahnen – Jannes Ernst und Theo Schloßer

Badmintondeutschland hat sie wieder….

… die Turniere, die fliegenden Bälle, die Ehrgeizigen, die Verlierer und Gewinner.

Nach fünfmonatiger Pause bevölkerten am vergangenen Wochenende eine große Anzahl von ausgehungerten Badmintonspieler*innen und zum Teil überehrgeiziger Badmintoneltern zwei B-Ranglisten der Gruppe West sowie eine O19 DBV- Rangliste das bis dahin brachliegende Turniergelände. Natürlich war der An(-melde)sturm nach derart langer Durststrecke enorm, und so gab es viele enttäuschte Gesichter bei den Startwilligen anderer Gruppen. Auch aus BVBB-Sicht konnte sich nicht jede*r Spielwütige einen Startplatz sichern. Von denen, die aber das Glück hatten, zugelassen zu werden, sei hier nun berichtet:

 

Mülheim/ Ruhr  (DBV- B- Rangliste U 11-U15 der Gruppe West)

In der riesigen Sporthalle (Veranstaltungsort der German-Open) war es dank der guten Vorarbeit der Organisatoren für die Teilnehmer-, Trainer- und Besucher*innen kein Problem, die nötigen Corona-Sicherheitsregeln einzuhalten.

Unsere U 11- Jungen Jannes Ernst (BC Tempelhof) und Theo Schloßer (SG EBT Berlin) bewiesen zum wiederholten Male, dass sie aktuell die U 11- Spitze in Deutschland darstellen. Im Jungeneinzelfinale trafen sie aufeinander und wie erwartet gab es mit Jannes letztendlich den doch überlegenen Sieger. Im Doppel gingen sie gemeinsam in der Altersklasse U 13 an den Start. Ihre Teamqualitäten beweisend, gelang ihnen ein verdienter und emotionaler Sieg im Viertelfinale. Ganz nach dem Motto: „Hilfst du mir, helf` ich dir“ schafften es die beiden immer wieder, sich aus schwierigen Situationen zu befreien und sich gegenseitig ins Spiel zu bringen, um somit gegen härter schlagende Gegner die Oberhand zu behalten.

Milan Zeißig/ Eddy Ndoye (SV Berliner Brauereien), unser zweites Doppelpaar in U 13, mussten ebenfalls hart um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. Immer wieder schlichen sich unkonzentrierte Phasen in ihr Spiel ein, die ihnen schließlich im Halbfinale zum Verhängnis wurden. Im Spiel um Platz 3 kam es dann zum internen „Machtkampf“ der Trainingskumpels, den hauchdünn im 3. Satz nach Verlängerung die Jahrgangsälteren für sich entscheiden konnten.

Am Tag zuvor konnte Milan seine Trainingsentwicklung im Einzel testen. Ohne Satzverlust gewann er die Gruppe und befand sich sofort im Halbfinale. Dort jedoch war der Tempounterschied zu den Gruppenspielen so groß, dass Milan erst im zweiten Satz zu einem konzentrierten und zielgerichteten Spiel fand, aber dann doch dem Gegner den Sieg überlassen musste. Hier wäre mehr drin gewesen.

Derweil mussten sich in der Altersklasse U15 unsere BVBB- Akteure mit etwas weniger Erfolg zufriedengeben. Allerdings war hier besonders im Jungenbereich das Starterfeld mit der „Creme de la Creme“ des DBV besetzt.

Im Mixed gingen Hans Huß (SV BB)/ Sophia Lehmann (Fortuna Blankenfelde) an den Start. Die Gegner in Runde eins stellten eine zu geringe Herausforderung dar. Dies bedauerten Hans und Sophia aber im Viertelfinale. In der Coronapause wurden die Doppeldisziplinen nicht in gewohntem Maße trainiert und auch das sehr leichte Erstrundenspiel gab den beiden nicht die Möglichkeit, gut vorbereitet gegen die späteren Zweitplatzierten anzutreten. Es fehlten Aggressivität und Sicherheit in der Aufschlagsituation sowie die Abstimmung im Angriff. Am Ende stand Platz 5 zu Buche.

Yuri Cho (SV BB) erhielt einen Startplatz im Einzel, der sich als schwierige Nummer herausstellen sollte. Zwei zu einfache Gruppenspiele sorgten dafür, dass auch Yuri nicht so richtig ins Turnier starten konnte, bevor er im Spiel um den Gruppensieg auf Rafe Kenji Braach traf. Bei tropischen Temperaturen hielt Yuri konditionell sehr gut mit, konnte aber nicht konstant genug seine zuletzt sehr guten Trainingsleistungen abrufen. In vielen Marathon-Ballwechseln ließ er immer wieder seine Kämpfernatur aufblitzen und brachte auch seine Angriffswucht erfolgreich aufs Feld. Eine zu hohe Fehlerquote ließ ihn aber nach drei engen Sätzen den Kürzeren ziehen, sodass er in der Gruppe „hängen blieb“.

In den Doppeldisziplinen zogen in U 15 unsere Deutschen Meisterinnen U 13 Sophia Lehmann/ Meline Zeisig (SV BB) und Yuri Cho/ Hans Huß aufs Feld. Bei beiden Paarungen wechselten sich gute Leistungen mit „das können wir aber besser“-Leistungen ab. Leider passierten ihnen diese Mißgeschicke jeweils in den Halbfinalspielen. Yuri und Hans verspielten eine komfortable Führung gegen die an Nr. 1 gesetzten hohen Favoriten und späteren Gewinner Justin Dang/ Philipp Euler (NRW) durch sieben „doofe“ Fehler in der Endphase des 3. Satzes, sodass aus einem 16:13 eine 17:21 Niederlage wurde. Wenn man zudem bedenkt, dass über weite Strecken nur mit einem Aufschlag gespielt wurde, dann wäre ein überraschender Sieg durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Das Spiel um Platz 3 gewannen die Beiden dann aber – konzentrationsmäßig nicht mehr ganz auf der Höhe – in zwei Sätzen.

Meline und Sophia erging es im Halbfinale ähnlich. Seltsam gehemmt und ihrer größten Stärke („Wir sind ein Team – und unterstützen einander“) verlustig gingen sie, ohne sich wirklich aufzubäumen, gegen zwei Gegnerinnen als Verliererinnen vom Platz, gegen die sie (..und die Trainer*innen) sich sicherlich mehr ausgerechnet hatten. Um so erfreulicher war es, dass im Spiel um Platz 3 diese verloren geglaubte Stärke wieder da war. Man kämpfte füreinander, freute sich gemeinsam und entwickelte somit einen positiven Wettkampffluss, durch den MelineSophia in einem hart umkämpften Dreisatzspiel gegen zwei gleichwertige Gegnerinnen die Oberhand behalten konnten.

 

Steinfurt/ Westfalen  (DBV- B- Rangliste U 17/19 der Gruppe West)

Klein, aber fein, war die Reisegruppe des BVBB: Marleen Schwabe (SG EBT) und

Michi Kanschik (BC Potsdam) machten sich trainerlos auf den Weg in unbekannte Gefilde (..gehört zum Erwachsenwerden dazu!).

Michi hatte die erstaunliche Idee, mal auf einem Turnier gaaanz alleine auf einer Feldseite zu stehen und auszuloten, wie groß denn so ein Feld wirklich sei. Und da Michi bekanntermaßen größenwahnsinnig ist, musste die U 19- Dameneinzel-Konkurrenz dieses wissenschaftliche Experiment („Jugend forscht“) ertragen. Vielleicht war Michi aber auch nur clever und sagte sich „In U 17 startet Marleen und da ist für mich sowieso Hopfen und Malz verloren, melde ich lieber U 19“. Wie auch immer: Spaß hat sie gehabt, und am Ende reichte es als Ungesetzte für Platz 5.

Im Mixed U 19 dagegen gingen Michi und Partner Nikolas Klauer (TV Refrath) mit Ambitionen an den Start. Laut Michi stotterte der Motor noch ein wenig und so verlor man doch etwas unerwartet gegen eine hessische Paarung im Viertelfinale. Auch hier stand der 5. Platz zu Buche. Im Damendoppel U 19 konnte sogar das Treppchen erklommen werden. Mit Zufallspartnerin Alena Krax (Hessen) gab es im Spiel um Platz 3 einen schönen Sieg (26:24 im 3. Satz) über das an Nr.1 gesetzte Damendoppel.

Marleen hingegen brachte den vollen Medaillensatz mit nach Hause. Souverän und mit Sicherheit auch gut gecoacht von Michi (nach dem Motto: Lieber hinter dem Feld von Marleen als auf der anderen Seite des Netzes) erspielte sie sich den Sieg mit lauter Zweisatzerfolgen in der Mädcheneinzelkonkurrenz U 17. Auch im Mixed gab es mit Stammtorte Luca Wiechmann (BC 95 Schwerin) eine Finalteilnahme, jedoch mit dem besseren Ende (22:20 im dritten Satz) für die Gegner. Eine ebenso knappe Niederlage (19:21 im dritten Satz) kassierte Marleen mit ihrer Partnerin Nina Schäfer (Hessen) im Halbfinale des Mädchendoppels, bevor sie das Spiel um Platz 3 souverän gewinnen konnten.

 

Bonn (DBV O 19- Rangliste) oder: Muscle is stronger than rib

Dass sie überhaupt in Bonn ankamen, war ein Wunder. Tim Krämer (SG EBT) und Kian-Yu Oei (SV BB) machten sich in Tims Auto (frühes 20. Jahrhundert, vier Räder, Lenker und Rückwärtsgang – mehr sei nicht verraten) auf den weiten Weg und kamen nicht nur an, sondern sogar auch wieder heil (das Auto und Tim) zurück, wobei das Auto ein wundersame Verwandlung von einem Pkw zu einem Krankenwagen erfuhr. Saruul Shafiq – als dritter BVBB- Starter – fuhr lieber mit der Bahn hin (jedoch als Krankenpfleger im Auto zurück).

Die Erfolge waren überaus überschaubar, um ehrlich zu sein: nicht vorhanden. Das lag in erster Linie an Kian, der sich vorgenommen hatte, das Starterfeld im Einzel und Doppel aufzumischen und seiner 1. Rippe, die sich vorgenommen hatte, Kian aufzumischen..

Gleich im ersten Spiel passierte das Ungewöhnliche: Nach gewonnenen ersten Satz setzte sich Kian mit einem Mordssmash selber außer Gefecht, da hier die rohen Kräfte offenbar so gewaltig wirkten, dass es zu einem Rippenknacks kam. Zwar noch zu Ende gespielt, aber dann per Notarzt in Krankenhaus: Böse Schmerzen, Atemprobleme – das volle Programm.

Zum Glück war die Rippe nicht so gebrochen, dass sie innere Organe schädigen konnte, aber trotzdem war das gesamte System (Knochen, Oberkörpermuskulatur, Nervensystem) in Unordnung gebracht. Mittlerweile geht es schon wieder, aber eine Trainingspause droht. Schade, da Kian den Sommer über intensiv durchtrainiert hat und in bestechender Form gewesen ist…

Vielen Dank an dieser Stelle an Tim und Saruul, die Kian ins Krankenhaus begleitet haben, darob sicherlich nicht die optimale Vorbereitung für ihr Erstrundendoppel absolvieren konnten und dann auch dieses Spiel, in dem sicherlich mehr drin gewesen wäre, verloren geben mussten.

 

Wer Ergebnisfetischist ist, der lese hier:

Mülheim https://www.turnier.de/sport/tournament?id=401BA856-FE53-4B5F-BB0D-74108A5887D9

Steinfurt https://www.turnier.de/sport/tournament?id=F8ACC65F-EEFE-49D8-96C6-A47F217394DA

Bonn https://www.turnier.de/sport/tournament?id=3391BB31-8F90-44E6-91FF-0CCDAC19E3EC