Ausschreibung BWU Women’s Cup

27. Juni 2026

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27. Juni 2026

Nicht nur über Inklusion reden, sondern sie spielen: BVBB öffnet den regulären Wettkampfsport in Berlin und Brandenburg

Pressemitteilung

Nicht nur über Inklusion reden, sondern sie spielen: Badminton-Verband öffnet den regulären Wettkampfsport in Berlin und Brandenburg

Ab August 2026 können Menschen mit und ohne körperliche Beeinträchtigung im BVBB unter Integra-Regeln gemeinsam im regulären Spielbetrieb antreten

Berlin/Brandenburg, 01.07.2026 – Der Badminton-Verband Berlin-Brandenburg (BVBB) verändert seinen regulären Wettkampfbetrieb: Mit Wirkung zum 1. August 2026 treten neue Regelungen zu Integra Badminton in Kraft. Damit wird es möglich, dass Spieler*innen mit anerkannter körperlicher Behinderung oder entsprechender funktionaler Einschränkung im regulären Spielbetrieb des BVBB unter angepassten Feld- und Aufschlagregeln antreten können – gemeinsam mit Spieler*innen ohne Beeinträchtigung.

Der Schritt der inklusiven Öffnung ist im organisierten Sport besonders. Denn es geht nicht darum, einen zusätzlichen, getrennten Wettbewerb für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Para-Wettkämpfe haben ihren eigenen wichtigen Platz. Der neue Weg des BVBB setzt an einer anderen Stelle an: Der bestehende Spielbetrieb selbst wird so weiterentwickelt, dass mehr gemeinsamer Wettkampfsport möglich wird.

Die Idee dafür entstand nicht am Schreibtisch, sondern aus einem Impuls heraus: Als der BVBB 2024 mit seinen ersten Schritten hin zu mehr Inklusion den vierten Platz beim Zukunftspreis des Berliner Sports belegte, stand die Frage im Raum, ob nicht gerade ein gemeinsamer Wettkampfsport von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung ein wirklich visionäres Ziel sein könnte. Aus dieser Frage wurde ein Entwicklungsauftrag. Sie floss in ein Projekt ein, für das Fördermittel beantragt und bewilligt wurden, und wurde in den folgenden Monaten sportfachlich und regeltechnisch weiterbearbeitet. Ende April 2026 wurde der Weg schließlich durch den Verbandstag des BVBB auch formal beschlossen.

Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: „Der Badminton-Verband Berlin-Brandenburg sorgt mit seinen neuen Integra-Regeln für mehr Teilhabe im Berliner Sport. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat den Verband auf diesem Weg intensiv begleitet und mit rund 100.000 Euro aus dem Teilhabeprogramm unterstützt. Durch engagierte Verbandsarbeit werden konkrete Verbesserungen für Menschen mit Behinderung auch im regulären Sportbetrieb sichtbar.  Wir müssen gemeinsamen Sport für Menschen mit und ohne Behinderung weiter konsequent vorantreiben. In unserer nationalen Bewerbung BERLIN+ um Olympische und Paralympische Spiele denken wir Sportarten immer zusammen, damit alle gemeinsam profitieren, zum Beispiel durch modernisierte und inklusive Sportstätten.“

Roland Zell, Präsident des Badminton-Verbandes Berlin-Brandenburg, sagt: „Viele sprechen über Inklusion. Wir wollten den Punkt erreichen, an dem sie nicht nur als Haltung beschrieben, sondern im Spielbetrieb konkret möglich wird. Mit den neuen Integra-Regeln öffnen wir nicht einen Nebenraum des Sports, sondern den regulären Wettkampfbetrieb. Genau das macht diesen Schritt für uns so besonders.“

Özcan Mutlu, Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin (BSB), sagt: „Der BVBB zeigt, dass Inklusion im Sport mehr sein kann als ein zusätzliches Angebot. Besonders stark ist dieser Schritt, weil bestehende Strukturen verändert werden, damit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam Sport treiben und sich im Wettbewerb begegnen können. Dies ist ein richtungsweisender Schritt.“

Die neuen Regelungen gelten zunächst für den Bereich O19, das heißt die Altersklasse über 18 Jahren. Der BVBB versteht die Einführung ausdrücklich auch als Phase der Erprobung. Es ist zu erwarten, dass Integra Badminton im ersten Jahr nur in einzelnen Fällen praktisch zur Anwendung kommen wird. Gerade deshalb sind Erfahrungen aus der Praxis wichtig. Rückmeldungen aus Vereinen, von Spieler*innen, Schiedsrichter*innen und weiteren Beteiligten sind ausdrücklich willkommen, damit die neue Wettbewerbsform weiterentwickelt und präzisiert werden kann.

Möglich wurde diese Entwicklung auch durch starke Partner*innen und Förderer. Der BVBB dankt insbesondere der Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin sowie der Aktion Mensch für ihre Unterstützung. Ebenfalls zentral für die Weiterentwicklung des Themas ist die Zusammenarbeit mit dem BSB.

Mit den neuen Integra-Regeln geht der BVBB einen im Badmintonsport bislang ungewöhnlichen Weg. Ziel ist es, Teilhabe nicht nur zu fordern, sondern sportpraktisch umzusetzen – und den Wettkampfsport in Berlin und Brandenburg so weiterzuentwickeln, dass mehr Menschen selbstverständlich darin Platz finden.