Dozenten (v.l.n.r.): Der ehemalige Bundestrainer Holger Hasse; hauptamtlicher Bundestrainer Wissenschaft/Lehre Hannes Käsbauer; Badminton-Bundestrainer für Talententwicklung Dirk Nötzel und Athletiktrainer Florian Baake Fotos: Haase & Käsbauer @BadmintonPhoto (badminton.de), Nötzel @Claudia Pauli (german-open-badminton.de), Baake BVBB Archiv
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Reform des DOSB- Kadersystem führt zu Veränderungen in der BVBB-Kaderlandschaft

Des Kaisers neue Kleider

Yushou, unser jüngstes Kadermitglied

Yushou, unser jüngstes Kadermitglied

Alle Jahre wieder im Frühjahr beginnen sowohl die Blätter zu sprießen als auch der BVBB-Leistungssportausschuss (LSA) tätig zu werden, um die Kaderspieler/innen für die nächste Saison zu benennen. Von dieser zur Gewohnheit gewordenen Selbstverständlichkeit müssen wir uns nun in Zukunft teilweise verabschieden. Blätter machen weiter so wie üblich, LSA nicht!

Durch die neue Wettkampfstruktur im Jugendbereich (Wettkampfjahr dauert ab 2018 vom 1.1. bis zum 31.12. statt wie bisher vom 1.8. bis 31.7. eines Jahres) wird der Landeskader zukünftig im November des Jahres bestimmt. So kommt es in 2018 zu der Situation, dass der jetzige Landeskader nur für einen Zeitraum von 9 Monaten (1.4.-31.12.) benannt wurde.

Entscheidend aber war bei der diesjährigen BVBB- Nominierungssitzung, die neuen Vorgaben des DOSB bzw. DBV umzusetzen. Dieses möchte ich nachfolgend kurz erläutern:
Bisher war es jedem LV überlassen, nach welchen Kriterien er Spieler/-innen in den Kader beruft. Auch die interne Kadersystematik konnte jeder LV anders strukturieren. Das führte – ähnlich wie in unserem föderalen Schulsystem – zu einer Unzahl verschiedener Systeme und Bedingungen. Beispiele: Unser LV förderte in der Regel Spieler/innen mit einem Landeskaderstatus bis einschl. der Altersklasse U 17. Einige andere LV benannten Kaderspieler bis in den U 22- Bereich. Unser LV vergab Kaderplätze ausschließlich an Sportler/innen, die durch den BVBB im Trainingsprozess gefördert wurden. Andere LV benannten den Kader nur nach Ranglistenpositionen.

Also: Kuddelmuddel aller Orten, was aber letztendlich keine negativen Auswirkungen auf Spieler, Vereine und die einzelnen LV hatte, da die Landeskader geschlossene Systeme darstellten, die nicht untereinander konkurrierten.

Der DOSB kreisste und gebar eine Maus?

m Nachgang zu den Olympischen Spielen in Rio im Jahr 2016 beschloss der DOSB unter freundlicher Mithilfe des Innenministeriums die Leistungssportstrukturen in Deutschland zu optimieren. Hierzu gab es in den letzten zwei Jahren viele kontroverse Diskussionen zwischen den Verbänden, dem DOSB und dem BMI, die in der Presse entsprechend auch verfolgt werden konnten. Ein Ergebnis dieses Optimierungs-prozesses war es, die Bundekaderstrukturen zu verändern. Mit dem 1.1.2018 ist nun die uns allen geläufige Bundeskadereinteilung in A-, B-, C- und D/C-Kader abgeschafft und durch eine neue Terminologie ersetzt worden:

  • A wurde zu Olympiakader (aktuell im DBV: 0 Athleten/innen)
  • B zu Perspektivkader (DBV: 15)
  • C zu Nachwuchskader I (DBV: 21)
  • D/C zu Nachwuchskader II (DBV: 20; davon BVBB: 3 Spieler/innen)

Neu eingeführt wurde ein Ergänzungskader (DBV: 3), der die Athleten/innen umfasst, die über eine internationale Spielstärke verfügen und als Sparringspartner die Perspektivkaderathleten an den Bundesstützpunkten unterstützen.

In diesem Zuge wurden auch die Kaderzahlen gekürzt. Der DBV ist vergleichsweise glimpflich davongekommen und musste nur wenige Streichungen hinnehmen. Ich selber will mir kein Urteil darüber erlauben, ob mit dieser Veränderung wirklich der große Wurf gelungen ist und Deutschland dadurch dem Ziel, international weiterhin konkurrenzfähig zu sein bzw. noch erfolgreicher bei Olympischen Spielen abzu-schneiden, näherkommen wird. Allerdings besteht die Befürchtung, die ich aus Aussagen kompetenterer Funktionäre und Trainer im Badminton heraushöre, dass auch diese Reform in erster Linie kostensparend ist und nicht die gewünschten Effekte -zumindest für die Sportart Badminton nicht- erzielen wird.

Im Zuge der Kaderreform sollte nun auch die Landeskaderförderung vereinheitlicht werden. Jedoch aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen in jeder Sportart gab es von Seiten der Sportverbände Widerstand gegen eine generelle Vereinheitlichung. So bekamen die Verbände, darunter auch der DBV die Möglichkeit, die Landeskader-richtlinien so zu gestalten, dass es für den jeweiligen Verband passt. Erstmalig nimmt somit der DBV Einfluss auf die Landeskadernominierung, in dem er Vorgaben für alle LV dazu macht („Bundeseinheitliche, sportartspezifische Anforderungskriterien für Landeskader“ – nachzulesen auf unserer Website unter „Dokumente“).

Der BVBB kreisste und gebar den aktuellen Landeskader

In der LSA- Sitzung vom 8.3.2018 wurde untenstehender Landeskader für den Zeitraum vom 1.4. – 31.12.2018 berufen:

U13 - Kader   
NameVereinJahrgangAltersklasse
Milan ZeisigSG EBT Berlin2009U11
Yuzhou ShiSC Siemensstadt2008U11
Dominik De la CruzBerliner SC2008U11
Mia SchloßerSG EBT Berlin2007U13
Meline ZeisigSG EBT Berlin2007U13
Mattis ZimmermannPro Sport 242007U13
Bent RübensamBerliner SC2007U13
Sophia LehmannFortuna Blankenfelde2007U13
Eva StommelSV Berliner Brauereien2007U13
Hans HußSV Berliner Brauereien2007U13
Aulia TinellungSV Berliner Brauereien2006U13
Merit Opgen-RheinBerliner SC2006U13
Aditya PatilSC Siemensstadt2006U13
Pele PatzekSC Siemensstadt2006U13
U15 - Kader
NameVereinJahrgangAltersklasse
Helen RoserSC Brandenburg2005U 15
Marleen SchwabeSG EBT Berlin2005U 15
Neele ZimmermannPro Sport 242004U 15
Michelle KanschikBC Potsdam2004U 15
U17 - Kader
NameVereinJahrgangAltersklasse
Jeremy DessauTSV Tempelhof-Mariendorf2003U 17
Kian-Yu OeiSV Berliner Brauereien2003U 17
Paul MüllerTSV Tempelhof-Mariendorf2002U 17
Lucie WagnerSG EBT Berlin2002U 17
U19 - Kader
NameVereinJahrgangAltersklasse
Brian HoltschkeSG EBT Berlin2000U 19
Alexander MarinkovicPro Sport 242000U 19
Malte WagnerBC 58 Luckau2000U 19

Was ist neu?

Wir müssen uns von der alten Struktur D 1 bis D 4- Kader verabschieden. Der neue Begriff/ Status lautet: Landeskader (LK). Er wird nicht mehr qualitativ oder altersmäßig differenziert. Egal, ob U 10- Talent oder Medaillengewinner bei einer DEM U 17: It‘s just LK!

Der BVBB wird auch weiterhin in den Altersklassen U 11 und U 13 „breit“ ausbilden, d.h. auch Kinder fördern, denen wir Entwicklungschancen geben möchten, ohne dass sie aktuell zur absoluten Leistungsspitze im Landesverband zählen. Die Statusvergabe ermöglicht es dem BVBB, zielgerichtet Einfluss auf die leistungssportliche Entwicklung der Kinder zu nehmen.

In den Landeskader ab der Altersstufe U 15 berufen wir diejenigen vom BVBB geförderten Spieler/innen, die die Vorgaben des DBV – insbesondere die Vorgaben bezüglich der Trainingshäufigkeit und Qualität – erfüllen können. Das werden in der Regel nur Spieler/innen sein, die das SLZB (Schul- und Leistungssportzentrum Berlin) besuchen und dort die geforderten Trainingsumfänge leisten können.
Um jedoch auch die Spieler/innen weiter zu fördern (allerdings in begrenzterem Maße), die nicht die Möglichkeit haben, Schüler am SLZB zu sein, hat der BVBB einen sogenannten Trainingskaderstatus (TK) eingeführt, der für die Periode bis zum 31.12.2018 wie folgt aussieht:

NameVereinJahrgangAltersklasse
Ben BeyerSG EBT Berlin2004U15
Philipp SchulzSC Siemensstadt2004U16
Niklas KuberskiTSV Tempelhof-Mariendorf2003U17
Amadeus KöhlerBC Tempelhof2003U17
Karina FiebigZehlendorfer TSV von 18882003U17
Anton GroßZehlendorfer TSV von 18882001U19

Verfasser: Landestrainer Kay Witt