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20. April 2026
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20. April 2026Das Six Nations Turnier in Mülheim an der Ruhr zählt zu den wichtigsten Nachwuchsturnieren Europas. In der U17 treffen dort alle zwei Jahre Nationen wie Frankreich, Dänemark, England, Schweden, die Niederlande und Deutschland aufeinander – Spiele auf höchstem europäischen Niveau.
Mit Jannes Ernst, Charlotte Wendt und Matilda Meinhardt waren drei SpielerInnen des BVBB Teil des deutschen Aufgebots. Begleitet wurde das Individualturnier neben den Bundestrainern, die vorrangig beim Teamturnier eingesetzt waren, von Jan-Henrik Gleis, der als leitender Landestrainer vor Ort im Training und im Coaching hinter dem Feld unterstützte.
Teamturnier gegen Europas Spitze
Zum Auftakt des Teamturniers wartete mit Frankreich direkt der Favorit. Deutschland hielt in vielen Phasen gut dagegen, musste sich aber letztlich geschlagen geben (3:6). Es folgte ein klarer Sieg gegen die Niederlande, bevor das Duell mit Schweden zum emotionalen Höhepunkt wurde. Beim Stand von 4:4 entschieden Jannes und seine Mixed-Partnerin die Begegnung mit einem nervenstarken Sieg im letzten Spiel und sicherten Deutschland den 5:4-Erfolg.
Auch Charlotte Wendt zeigte über das gesamte Teamturnier hinweg stabile Leistungen und hielt mehrere Spiele lange offen. Gerade diese engen Matches gegen internationale Gegner zeigen wichtige Entwicklungsschritte im Umgang mit Druck und Entscheidungen.
Im Teamturnier überzeugte zudem Matilda mit drei Siegen aus vier Einsätzen im Doppel und gehörte damit zu den konstantesten SpielerInnen im deutschen Team. Am Ende stand ein vierter Platz für Deutschland – ein Ergebnis, das die enge Leistungsdichte auf diesem Niveau deutlich macht.
Ein Comeback mit Hintergrund
Die Leistung von Matilda bekommt ihre eigentliche Bedeutung aber erst durch den Weg dorthin. Seit Januar war sie aufgrund einer Bänderruptur außer Gefecht. Der Fokus lag zunächst vollständig auf Aufbauarbeit: Stabilität, kontrollierte Belastungssteigerung und das schrittweise Zurückführen in den Trainingsbetrieb. Gemeinsam mit Athletikcoach Niko entstand ein strukturierter Rehaprozess, der viel Geduld erforderte. Parallel dazu wurde auf dem Feld mit Jan kontinuierlich daran gearbeitet, Bewegungsgefühl und Vertrauen wiederherzustellen.Besonders in den Wochen vor dem Turnier stieg die Belastung deutlich an – im Kraftraum ebenso wie im Badmintontraining. Entscheidend war dabei weniger die Intensität als die ständige Abstimmung, wann der nächste Schritt möglich und sinnvoll ist.
Starke Leistungen im Individualturnier
Im Individualturnier setzte Jannes ein Ausrufezeichen. Er erreichte sowohl im Einzel als auch im Mixed das Halbfinale und gewann zwei Bronzemedaillen – ein klares Zeichen seiner aktuellen Entwicklung am BSP Hamburg.
Auch Charlotte sammelte wertvolle internationale Erfahrungen. Ihre Spiele zeigten erneut, wie hoch das Tempo im Dameneinzel auf diesem Niveau ist und wie wichtig präzise Entscheidungen in jeder Situation werden.
Für Matilda war das Turnier der Beweis dafür, dass der Weg zurück nach einer Verletzung nicht nur möglich ist, sondern dabei auch Entwicklung stattfinden kann. Besonders im knappen 3-Satzspiel gegen die späteren Finalistinnen aus Dänemark zeigte Matilda mit ihrer Partnerin ihre Nähe zum Topniveau. Kleine taktische Anpassungen und gezielte Rückfragen halfen dabei, Lösungen direkt im Spiel zu finden.
Fazit
Mit drei Nominierten, einem vierten Platz im Teamturnier und zwei Bronzemedaillen im Individualbereich fällt die sportliche Bilanz positiv aus und für die Nationalmannschaft zu spielen ist immer etwas besonderes. Jannes bestätigte seine Entwicklung mit konstant starken Leistungen und zwei Medaillen. Charlotte sammelte wertvolle internationale Erfahrungen im Team und war in vielen Matches nah an der europäischen Spitze dran. Matilda zeigte, wie konsequente Arbeit, Geduld und abgestimmtes Training über Wochen hinweg zu echter Wettkampffähigkeit auf internationalem Niveau führen können.
Jetzt gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse im Training weiterzuentwickeln und im nächsten Wettkampf umzusetzen.
Welche Entscheidung treffe ich im Hinterfeld – und warum?
Wie kann ich unter Zeitdruck noch gezielt die Richtung des Balles steuern?
Wann und wie ändere ich bewusst das Tempo im Midcourt und Vorderfeld?
Alle Ergebnisse auf Turnier.de
Text: Jan-Henrik Gleis


