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30. Dezember 2019

Das Beste am Ende des Jahres – Gala-Vorstellung unserer Spieler/innen bei der DEM U13

Risky adventure erfolgreich bewältigt - unser Team

ein Bericht des Landestrainers Kay Witt 

Es war wirklich ein Traum: Fünf fahren los und Vier kommen als Deutsche Meister wieder zurück! Das für mich Überragende war aber gar nicht das Ergebnis, sondern dass fast alle bei ihrem wichtigsten Turnier des Jahres an der Grenze ihrer Leistungs- und Leidensfähigkeit spielten. Dementsprechend kaputt aber auch äußerst zufrieden konnte das Team reich beschenkt und bepokalt den Flieger nach Hause nehmen. Eine jedoch ging „leer“aus: Mia Schloßer (SG EBT), die sowohl im Einzel als auch mit Partnerin Mia Salaria (LV Hamburg) nach gewonnenen Erstrundenspielen Aurelia Wulandoko  (LV Bayern), die zusammen mit Eva Stommel (SV Berliner Brauereien) doppelte, den Sieg überlassen musste. Besonders im Einzel sah es zwischenzeitlich nach einer Überraschung aus, da Mia kurzzeitig am Satzgewinn schnupperte. Mia fehlte es in den entscheidenden Situationen noch ein wenig an Gelassenheit. Spielerisch jedoch konnte sie „voll mithalten“. Obwohl ohne Medaille (die im Vorfeld auch nicht erwartbar war) im Gepäck zurück, kann sie trotzdem mit ihrer Leistung zufrieden sein. Als „guter Geist“ der Gruppe hat sie aber nicht unwesentlich zum Erfolg des Teams beigetragen.

Mit einem Rucksäcklein voller Steine ging Eva Stommel ins Turnier. Schließlich war sie im Einzel die haushohe Favoritin, hatte sie doch seit Urzeiten (1973?) kein Spiel mehr gegen eine gleichaltrige Konkurrentin verloren. Auch im Doppel wurden ihr und Aurelia die größten Titelaussichten zugemessen. Wer mehrere U 13- Meisterschaften erlebt hat, weiß wie schwer dieser Rucksack auf einem lastet. Von daher war es erfreulich, dass sich Eva ungefährdet in lauter Zweisatzspielen durch das Turnier spielte und niemals die Gefahr bestand, dass ihr jemand anderes den Titel wegschnappen würde. Im Doppel dann aber wurde es schwierig: Schon im ersten Spiel gegen zwei jüngere und kleinere Spielerinnen lagen die Nerven blank, und erst nach einem hart umkämpften Spiel konnte der Sieg eingefahren werden. Auch das Viertel- und Halbfinale wurde nicht unbedingt überzeugend absolviert. Im Finale dann ein Aufeinandertreffen mit Sophia Lehmann (BC Fortuna Blankenfelde) und Meline Zeisig (SV Berliner Brauereien) – doch dazu nachher mehr …

Zwischenspiel 1: Loblied auf Hans! Ich habe in letzter Zeit wenig Turniere in der Altersklasse U 13 betreut/ begleitet, da dieser Bereich in der Verantwortung von Verbandstrainerin Carla Strauss liegt. Von daher war ich äußerst gespannt, wie sich die Gruppe im Wettkampf präsentieren würde. Und was Hans Huß (SV Berliner Brauereien) darbot, war großes Kino! Hans war ja schon immer eine „Rampensau“, aber bei dieser Meisterschaft hat er sich selbst übertroffen. Beeindruckend seine kämpferischen Fähigkeiten und auch seine kreativen Lösungsansätze (die häufiger mal fürchterlich in die Hose gehen, aber für Vergnügen beim Publikum und Gegnern sorgen). Höhepunkt das Finale im Mixed: Zusammen mit Eva ging es an Nr.3 gesetzt gegen die Dauerrivalen Raafe Brach (LV NRW) und Aurelia Wulandoko, die als Topgesetzte leicht favorisiert waren. Ausgeglichener erster Satz mit dem besseren Ende (24:22) für die Gegner. Danach pure Konfusion in unserem Team. Eva wusste nicht mehr wo und warum sie war, Hans wurde wuschig. Das Ergebnis: Ein 10:17 Rückstand im zweiten Satz, Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Erstaunlicher Weise allerdings auch bei Aurelia…Aus irgendeinem unerfindlichen Grund kam Hans auf den Gedanken, dieses Spiel doch noch gewinnen zu können und ab dem Moment flog er, sprang er, lag auf dem Boden und traf jeden Ball. Eva durfte nicht mehr mitmachen (war ihr – glaube ich – ganz lieb so). Die Gegner waren auch begeistert von Hans und überließen ihm die Show, in dem sie ihn weiterhin mit Bällen fütterten. 11 Punkte in Folge beendeten den Satz und ab Satz 3 durfte Eva dann wieder mitspielen. Das machte sie unaufgeregt und unauffällig. Die Show aber lieferte weiterhin Hans. Eine komfortable Führung war der Lohn. Zwischenzeitlich lag man mit 9 Punkten vorne. Aber so nicht mit Hans! In seiner Show fehlte ja noch sein Auftritt als „Drama-Queen“. In Angesicht des Pokals und des RUHMS ging es mit ihm durch: Plötzlich wurde es vogelwild. Stürmische Netzattacken mit herrlich verballerten Hundertprozentigen, interessante (aber nicht erfolgreiche) Verteidigungslösungen wechselten sich ab mit Haare raufen und Höhere Wesen anflehen. Eva schaute derweil zunehmend verstört. Die Gegner fassten wieder Mut und kamen Punkt für Punkt heran – weiterhin Eva ignorierend – um dann, als sich das Blatt schon fast gedreht hatte, mit zwei leichten Fehlern aus dem Drama ein Happy-End zu machen. Carla auf dem Trainerstuhl neben mir wäre fast gestorben….

Auch im Einzel lieferte Hans eine überzeugende Vorstellung ab. Gegen den späteren deutschen Meister Felix Ma (LV Baden-Württemberg) spielte er im Halbfinale auf Augenhöhe und verlor nur knapp in zwei Sätzen trotz Dominanz in den meisten Ballwechseln. Felix spielte sein Spiel: Fehlerloses Drop-/ Clearspiel gepaart mit guter Netzperformance. Hans musste schnell, hart und mit Risiko schlagen, um eine Gewinnchance zu haben. Letztendlich entschied die höhere Fehlerquote zu Ungunsten von Hans. Auch im Doppel war er tonangebend. Zusammen mit Partner Jonas Schmid (LV Baden-Württemberg) reichte es zum ungefährdeten Halbfinaleinzug. Dort allerdings waren sie chancenlos gegen zwei Doppelspezialisten aus Bonn, die dann jedoch erstaunlicherweise das Finale verloren, obwohl sie sich bis kurz vor Ende des zweiten Satzes als das klar bessere Doppel erwiesen, und am Ende die untröstlichsten Kinder des gesamten Turniers waren.

Zwischenspiel 2: Loblied auf Sophia! Was Hans kann, kann Sophia schon lange…Die Größte ist sie nicht, aber ihr Kämpferherz ist so groß wie der Eiffelturm und ihre „Drama-Queen“-Eigenschaften stellen die von Hans locker in den Schatten. Niemand kann so offensiv wie Sophia leiden: Kämpfen, hinfallen, leiden, Mund abwischen, weitermachen, kämpfen, Tränen trocknen, hinfallen, leiden usw. Großartig! Im Einzel hatte sie mit einer an Nr. 4 gesetzten Spielerin aus NRW ein böses Erstrundenlos erwischt. Auch hier die Situation: Eigentlich ist das Spiel schon verloren, aber über reinen Willen und Kampfgeist zieht Sofia ihrer Gegnerin nach einer famosen Aufholjagd im 2. Satz „den Stecker“. Im dritten Satz dann eine zunehmend entnervte Gegnerin, die Fehler über Fehler produziert, so dass Sophia das Spiel nach Hause bringen kann. Auch in der nächsten Runde muss Sophia all ihre Tugenden in die Waagschale werfen, um letztendlich glücklich mit 22:20 im dritten Satz siegreich zu sein. Im Viertelfinale – nur eine Viertelstunde nach dem Ende des vorangegangenen Spiels – merkte man doch, dass der Akku leer war. Der unbedingte Wille zu gewinnen war noch da, aber die Kraft und auch die Konzentration reichte nicht mehr, so dass sie in drei Sätzen als Verliererin vom Feld gehen musste. In diesem Spiel hat sie aber wahrscheinlich einen neuen Weltrekord im „Auf dem Boden liegen“ aufgestellt (den alten hielt übrigens Michi Kanschik) – ob das den suboptimalen Sportschuhen und der rutschigen Halle geschuldet war oder aber der eigenen Kraftlosigkeit, das mag ich nicht zu beurteilen. Super Leistung von Sophia im Einzel ! Zuvor wurde von ihr im Mixed schon die erste Medaille eingefahren. Mit Partner Mattis Gutsche (LV Hamburg) konnte das Halbfinale erreicht werden. Hier gab es allerdings eine doch recht klare Niederlage gegen Brach/ Wulandoko. Aber sie hatte ja noch ihre Paradedisziplin, das Doppel. Hier endet nun das Zwischenspiel, und wir kommen auf den Anfang zurück:

Im Finale des Mädchendoppels standen sich Meline Zeisig/ Sophia Lehmann und Eva Stommel/ Aurelia Wulandoko gegenüber. Während sich – wie oben schon geschildert – Eva und Aurelia nicht ohne Probleme bis ins Endspiel durchkämpften, marschierten die beiden Anderen erstaunlich problemlos durchs Tableau. Obwohl an Nr.1 gesetzt, hatte keiner der Experten Meline und Sophia auf dem Zettel. Sie zeigten aber wieder einmal, dass sie viele Eigenschaften besitzen, die ein gutes und somit erfolgreiches Doppel ausmachen: Bedingungsloses Miteinander, mentale und körperliche Power, positive Ausstrahlung und (intuitiv?) gutes Spielverständnis. Mit diesen Pfunden ließen sie im Finale auch Aurelia und Eva keine Chance und fanden sich am Ende völlig verdient ganz oben auf dem Treppchen wieder. Meline hat dabei wohl das beste Turnier ihres Lebens gespielt. Sie dominierte nicht nur das Endspiel. Auch in den Runden zuvor glänzte sie mit guten Angriffsschlägen aus dem Hinterfeld und mit einem enormen Zug zum Netz. Sie hatte häufig den richtigen Riecher, wo der nächste Ball des Gegners hinkommen würde. Großer Sport!.. und großes Lob für den Teamgeist der Beiden: „Yeeess“!

Ach, ja: Einzel hat Meline auch noch gespielt. Doofes Los! Im Viertelfinale gab’s eins auf die Mütze von Eva – Sie wird’s verkraften….

Folklore beendet den Bericht:

Endlich: Gründung des Clubs der Trainerlegenden. Nach nächtelanger Diskussion hat das Auswahlkomitee in einer ersten Runde fünf Trainer in den Legendenstatus erhoben. Anbei die Fotos, in denen ein Mitglied des Komitee´s die sichtlich erfreuten Trainer über ihre Nominierung informiert. Nur Behrend ist nicht gänzlich überzeugt…Die Serie wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Von Bewerbungen ist abzusehen – die Nominierung durch das Komitee erfolgt rein willkürlich (Gern geschehen Arnd, für ´nen Bier tun wir alles!)

Großartig: Taxifahrer in Bonn ..lassen bei ihm im Auto unser Stativ liegen. Vier Stunden später steht er wieder in der Halle, spendiert mir ‘nen Kaffee, guckt eine Stunde Badminton und fährt uns dann auch noch zum Flughafen

Erstaunlich: Deutsche Bundesbahn  nix zu meckern!

Böse: Thies Wiediger (Trainerlegende und Wittschrecken aus NRW) – die Zweite: Schon wieder eins auf die Mütze von Thies bekommen. Zweimal saßen wir uns gegenüber: Zwei zu null für Thies! Aber wir schicken ab sofort unsere Wunderwaffe Carla (auch böse!) gegen Thies ins Rennen: 3:0 für Carla!

Früh übt sich: Interkultureller Austausch nimmt sogar auf Deutschen U 13- Meisterschaften einen wichtigen Platz ein. Hier sticht insbesondere unserer Meister Hans Huß hervor, der die Damenwelt aus einem fernen Bundesland reihenweise in Verzückung versetzt. Kian kann England – Hans kann NRW ! Obwohl… Kian versucht sich auch hier

Persönliche Anmerkung: Carla wäre auch gerne in den Club aufgenommen worden. Kann se knicken – viel zu jung und ehrgeizig!

Ein Blick über die Mauer:

U 13 DEM 20191. Platz2. Platz3. Platz
Berlin-Brandenburg30.52
Bad-Württemberg1.5- 1.5
NRW0.52.52
Saarland-10.5
Bayern-11
Hessen--2
Niedersachsen--0.5
Hamburg--0.5

Und hier nun die Ergebnisse zum Nachlesen/ Auswendiglernen:

https://dbv.turnier.de/sport/draws.aspx?id=72248CF6-26A9-46FE-A50C-0234DBD8F40F