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Die U-Boote sind gelandet

Teamfoto während der 1. Norddeutschen Rangliste U13 & U15 in Merseburg

Teamfoto während der 1. Norddeutschen Rangliste U13 & U15 in Merseburg

Nachbericht zur 1. Norddeutschen Rangliste U13 & U15 in Merseburg von Carla Strauß

Vergangenen Freitag fuhren wir mit nur gaaanz wenig Verspätung zur 1. Norddeutschen Rangliste mit den U13ern und U15ern im Gepäck.
Das Motto war klar – Play to Win und Lernen, lernen, lernen. Etwas Kopfzerbrechen bereitete uns in der Vorbereitung das extrem warme Wetter. Der DBV Gruppenpokal am vorangegangenen Wochenende gab schon einen Geschmack auf Gruppenranglisten die zukünftig wohl vermehrt unter asiatischen Bedingungen (30° und 100% Luftfeuchtigkeit in der Halle) stattfinden werden. Aber Petrus war uns gnädig und übermäßige Hitze konnte keine Ausrede werden.

So durften am Samstag im Mixed vor allem in U13 auch einige Neulinge norddeutsche Wettkampfluft schnuppern. Zahlreiche zweitjährige U13er durften ran und die Aufregung war deutlich zu spüren. Mit ihrer Wettkampfleistung sind dabei Meline Zeisig (SV Berliner Brauereien) und Aditya Patil (SC Siemensstadt) aber erwähnenswert. Als ungesetztes Berliner U-Boot gingen die beiden ins Rennen. Auf ihrem Weg an die Spitze des Feldes räumten sie die an Nummer 2/3 und 4 gesetzten Paarungen stets mit viel kämpferischer Leistung aus dem Weg. Die Konzentration über die gesamte Zeit eines Spiels zu halten, war für beide nicht immer einfach, so dass im Halbfinale und Finale es zu spannenden Spielständen und Ballwechseln kam.

Vom richtigen Fokus waren Eva Stommel und Hans Huß (beide SV Berliner Brauereien) am Samstagmorgen auch weit entfernt. Eigentlich als das Spitzenschiff der Flotte mit Setzplatz 1 ins Rennen gegangen, sind die beiden schon im ersten Spiel abgetaucht. Mit dem Druck als erstjährige den Setzplatz 1 zu behaupten, konnten die beiden noch nicht umgehen und somit auch nur in wenigen Ballwechseln, sowohl ihr technisches Können als auch die Abstimmung mit dem Partner abrufen. Letztendlich mussten sich die beiden mit Platz 6 zufriedengeben. Auf dem Weg zu Platz 6 versuchten auch Merit Opgen-Rhein (Berliner SC) mit ihrem Partner Matteo Schinzel (Sachsen-Anhalt) mit zu mischen. In der ersten Runde lief mit Matteo noch alles glatt, im Viertelfinale mussten sie sich den späteren zweit Platzierten geschlagen geben und somit reichte es zum Schluss für einen guten 7. Platz. Yuri Cho (SV Berliner Brauereien) und Sophia Lehmann (SV Fortuna Blankenfelde) lieferten eine passable Leistung ab. Nach etwas Lospech in der ersten Runde, wurden die Spiele dann einfacher und die Abstimmung etwas besser (wobei hier noch viel Potential nach oben ist) und die beiden erreichten Platz 10. Im U15 Mixed spielten die Berlin-Brandenburger Paarungen im Spiel um die vorderen Plätze nur eine nachgeordnete Rolle. Neele Zimmermann (Pro Sport 24) mit Philipp Schulz (SC Siemensstadt) und Ben Beyer (EBT Berlin) mit Helen Roser (SC Brandenburg) machten nach verlorenem Erstrundenspiel, direkt den 9. Und 10. Platz unter sich aus. Neele und Philipp wurde in der ersten Runde von ihrer Trainingskollegin Marleen Schwabe (EBT Berlin) mit Luca Wiechmann (Mecklenburg-Vorpommern) auf die hinteren Ränge verwiesen. Marleen begann, dies für sie doch recht glorreiche Wochenende, sehr stark – auch wenn der 6. Platz im Mixed das nicht vermuten lässt. Schließlich siegten die beiden über ausschließlich ältere Paarungen unter anderen auch gegen die an Platz 2 gesetzten Krukowski/Dietz – klasse Spiel und verdienter Sieg.

Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann für alle in die Einzelkonkurrenz. In U13 gilt es her ein paar Leistungen hervorzuheben. Hans konnte den Druck aus der Mixedkonkurrenz gänzlich abschütteln und kämpfte sich mit seiner unnachahmlichen Art ins Finale. Dort ließ er der Favoriten lange Zeit sehr stark wackeln. Bravo Hans.

Ein weiteres U-Boot tauchte auch hier im Einzel auf: Yuri machte Hans im Halbfinale das Leben schwer, hatte aber am Ende das Nachsehen. Im Spiel um Platz 3 zeigte er dann allerdings Kevin Graeve (Niedersachsen), dass Setzplatz 4 einen Yuri gar nicht beeindruckt und holte sich Bronze. Sicher könnte er sogar noch weiter vorne mitspielen, wenn die Beinarbeit koordinierter und früher nach dem Treffen des Balles stattfinden würde.

Auch die anderen U13er Jungs machten ihre Sache gut. Aditya kämpfte sich bis ins Viertelfinale vor. Mattis Zimmermann (Pro Sport 24) musste gleich gegen die Nr. 1 Matteo Schinzel ran. Körperlich sicherlich noch unterlegen, rief Mattis allerdings sein A-Spiel ab und ging sehr lange Ballwechsel mit Matteo mit und konnten ihm viele Punkte selbst aufzwingen. Pele Patzek (SC Siemensstadt) ist noch ganz frisch im Badmintongeschäft, durfte aber schon Ranglistenluft auf norddeutscher Ebene schnuppern. Zwar reichte es nur für eine hintere Platzierung, allerdings mit guten und kämpferischen Spielen!

Die U13er Mädels hatten keine U-Boote mitgebracht und das Flaggschiff wackelte auch etwas. An 1 gesetzt, sah Eva sich im Halbfinale einer stark aufspielenden Alessia Viaccava (Hamburg) gegenüber. Leider etwas angeschlagen, reichte das B-Spiel von Eva weder im Halbfinale noch im Spiel um Platz 3. Die anderen konnten einfach eine bessere Leistung abrufen (die trainieren ja schließlich auch).

Meline konnte sich durch einen Sieg in der ersten Runde gegen eine Bremerin letztendlich den 8. Platz sichern. Sophia, Mia und Merit machten Platz 9, 10 und 11 durch mehrere Berlin-Brandenburger Duelle unter sich aus.

Und die U15er? Für die Philipp und Ben war die Einzelkonkurrenz erwartet schwer, so dass es hieß: mithalten, kämpfen und Gelerntes versuchen in der Praxis bewusst umzusetzen. Ben, zum ersten Mal dabei, kann durchaus auch Druck auf seinen Gegner machen, dies aber noch nicht konstant genug. Auch seine Idee für sein eigenes Spiel verschwimmt hier und da noch im Nebel. Philipp, eine Wand in der Abwehr und im netzfernem Spiel, muss aber auch noch weiter Druck aus dem Angriff machen. Auch zum ersten Mal bei einer norddeutschen Rangliste am Start war Febian Fernadin (SV Berliner Brauereien). War die Vorrunde noch zum Warmlaufen, so konnte Febian gegen die späteren Zweitplatzierten Tarik Krukowski (Sachsenanhalt) keine Mittel finden. In den Spielen um Platz 9-16 ließ Febian allerdings nichts mehr anbrennen und erarbeitete sich die Chance auf Platz 10, die er aber leider ungenutzt ließ.

Bei den U15er Mädels verwandelte sich Marleen in das Berliner U-Boot. Obwohl erstjährig in U15 und ohne Setzplatz, ging Marleen, zurecht mit viel Selbstvertrauen (können aber nur Eingeweihte sehen 😉 ) ins Rennen. Immer wieder fand Marleen, auch aus schwierigen Situationen zu ihrem Spiel, dass sie im letzten halben Jahr stark verbessert hat, zurück und schlug die an 3 gesetzte und körperlich weit überlegene Pia Konow (Niedersachsen). Dies gelang ihr Streckenweise auch sehr gut im Spiel um Platz 3. Jedoch war Lara Dietz mit etwas variablerem Spiel noch überlegen. Gegen Lara verlor vorher schohn Neele im Viertelfinale um später, auch gegen Pia Konow, um Platz 5 zu spielen. Leider fand Neele an diesem Tag nicht zu ihrem besten Spiel. Zu gering war der Druck auf die Gegnerin um hier Platz 5 zu erstreiten. Helen schwankte auch mit ihrer Einzelleistung. Gegen Marleens ewige Konkurrentin aus der vergangenen Saison, Alexandra Reimann, konnte Helen an diesem Tag nichts ausrichten. Auch gegen Maya Vogt (Bremen) entschied Helen erst nach dem ersten Satz, doch mal Gas zu geben – dann lief es auch wie geschmiert. So reichte es für den 10. Platz.

Für Hannah Berge (BV Tröbitz) war es ein guter Samstag. Mit Setzplatz 4 direkt im Viertelfinale, erreichte sie ohne Mühe das Halbfinale. Lara Dietz (Niedersachsen) zeigte schon etwas mehr Gegenwehr, aber nach dem 1. Satz war das Rezept gefunden. Und so konnte Hannah am Sonntag im schwer umkämpften Finale zum Schluss das Siegertreppchen besteigen – Glückwunsch.
Nach den spannenden Einzelfinals ging es ohne großes Federlesen in die Doppeldisziplinen. Hier wurden alle den Erwartungen gerecht. Hans und Eva mit ihren Doppelpartnern aus Niedersachsen bestätigten ihre Setzplätze. Auch alle anderen zeigten sehr gute Leistungen an diesem Tag. Verbesserungen der Aufschlagsituationen waren zu sehen, gerade bei den U15er.

Natürlich sorgten alle Berliner und Brandenburger auch für den ein oder anderen Kracher: Philipp und Ben entschieden ein Satz mit 30 Punkten für sich. Helen lieferte den Ballwechsel des Turniers – Schläger verlieren, auf dem Boden aufdotzen lassen, auffangen und weiterspielen als ob nichts gewesen wäre; Hans der sich ganz ohne Trainerbetreuung ins Finale kämpfte, da gefühlt jedes Jungsdoppel auch einen Spieler aus Niedersachsen hat.
Hier und da muss noch besser verstanden werden, wer eigentlich die Gegner sind und ob ein verlorenes Spiel auch ein gewonnenes sein kann. Und natürlich das Fehler passieren und ein Doppel immer gemeinsam gewonnen und verloren wird.

Alles in allem ein gelungenes Wochenende 😉